Neue Herausforderungen für die Polizei durch den 3D-Druck

Fehler vermeiden beim 3D-Druck Symbolbild

In einem früheren Beitrag haben wir uns damit befasst, wie der 3D-Druck die Polizeiarbeit unterstützen und erleichtern kann. Im folgenden Beitrag geht es da darum, vor welche neue Herausforderungen der 3D-Druck die staatlichen Ermittlungsbehörden auf der ganzen Welt stellt. Neben den medial sehr präsenten 3D-gedruckten Waffen und der Verbreitung ihrer Bauanleitungen über das Internet tun sich noch andere Bereiche auf, die die Polizei vor schwierige Aufgaben stellen.


3D-gedruckte Schusswaffen

2013 wurde zum ersten Mal medienwirksam eine funktionsfähige Schusswaffe mittels eines 3D-Druckers hergestellt. Anschließend wurde der Bauplan (3D-Modell) der Waffe im Internet veröffentlicht und etwa 100.000 Mal heruntergeladen, bevor US-Behörden die Verbreitung der Bauanleitung verboten. Daneben gab es noch weitere Vorfälle ähnlicher Art in den USA aber auch in Japan, Großbritannien und Australien.


3D-gedruckte Schusswaffe zerlegt

Zerlegte 3D-gedruckte Schusswaffe; Foto: Department of Homeland Security.

Das größte Risiko beim 3D-Druck von Waffen aus Kunststoff ist die „Nichtdetektierbarkeit“ der Waffen mit konventionellen Metalldetektoren oder Röntgengeräten. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Personen, die nicht in den Besitz von Schusswaffen gelangen sollen, durch den 3D-Druck auf einfachem Weg in den Besitz einer Waffe gelangen können. Dies alles, ohne dass die Behörden etwas davon mitbekommen.
Auch 3D-gedruckte Waffenbauteile oder Anbauteile für regulär hergestellte Waffen stellen die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen.
Darüber hinaus ist die Haltbarkeit/Genauigkeit und Funktionssicherheit der gedruckten Waffen nicht gewährleistet. Bei offiziellen Tests sind einige dieser Schusswaffen schon beim ersten oder nach wenigen Schüssen durch Fehlfunktionen zerstört worden. Die Verletzungsgefahr beim Schützen ist hier sehr groß.


Weitere Bereiche, in denen der 3D-Druck die Polizeiarbeit herausfordert.

Im Bereich der Produktfälschungen und dem illegalen Nachbau von geschützten Produkten bieten sich den Fälschern viele Möglichkeiten. Dabei geht es oftmals nicht um den Nachbau ganzer Produkte, sondern auch um einzelne Komponenten. Im Bereich der Währungsfälschung spielt der 3D-Druck eher eine untergeordnete Rolle, denkbar ist die Verwendung von 3D-Drucktechnologien zur Herstellung der Druckerplatten für den Druck von Geldscheinen.
Auch im Bereich der Kunstfälschungen (Heise online) spielt die 3D-Drucktechnologie mittlerweile eine Rolle.

Mit den Technologien des 3D-Drucks können Bauteile für nahezu alle Industriebereiche hergestellt werden, also auch für illegale Anwendungen wie die Herstellung von Sprengkörpern und Bomben. Dabei werden in der Regel nur Teile der Sprengvorrichtungen mit dem 3D-Drucker hergestellt. Durch die mögliche Geometriefreiheit können die Vorrichtungen die Gestalt von Alltagsgegenständen annehmen und sind so noch schlechter als gefährliche Gegenstände identifizierbar.

Mit den Methoden der additiven Fertigung lassen sich leicht Gehäuse für Vorrichtungen herstellen, die auf Geldautomaten aufgesetzt werden und so aussehen, als gehörten sie originär zum Gerät. Dadurch können die Kundendaten von den Geldkarten gestohlen werden.
Etwas analoger, aber nicht weniger beängstigend ist die Möglichkeit, Schlagschlüssel zum Öffnen von Schlössern mit Schließzylindern herzustellen. Immer wieder werden 3D-Modelle von Generalschlüsseln von verschiedenen Vorrichtungen im Internet zur Verfügung gestellt- zum Beispiel auch von Handschellen. Mehr dazu hier (Link zum Blog von Kaspersky).


Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden

Der 3D-Druck hat die Güterherstellung auf vielfältige Weise revolutioniert. Die Vorteile, die die additive Fertigung auf diesem Markt bringt, lassen sich aber genauso gut zur Herstellung von illegalen Gütern verwenden. Eine Herausforderung dabei ist, dass die 3D-Drucker immer besser, handlicher und kostengünstiger werden. Dadurch steigt ihre Zahl in Privathaushalten. Sie anzuschaffen, lohnt sich immer mehr auch für Kleinkriminelle und nicht nur für finanzstarke Verbrecher.
Um den Herausforderungen gerecht werden zu können, die der Polizei durch die 3D-Drucktechnologien entstehen, müssen die Sicherheitsbehörden sich selbst mit der Technologie auseinandersetzen. Einige Behörden haben sich selbst entsprechende Drucker angeschafft, um Möglichkeiten und Funktionsweisen zu verstehen sowie Potenziale und Gefahren zu kennen. Dafür werden eigens spezielle Abteilungen eingerichtet und die internationale Zusammenarbeit forciert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die 3D-Drucktechnologien den Sicherheitsbehörden einiges abverlangen und ihnen die Arbeit erschweren können. Gleichzeitig erleichtern die Möglichkeiten, die der 3D-Druck bietet, ihnen auch die Arbeit, wie wir in einem früheren Beitrag aufgezeigt haben. Daher ist es ungerecht, die additiven Fertigungsmethoden zu verteufeln. Wie bei allen Technologien kommt es immer darauf an, in welcher Weise die Menschen sie anwenden.


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Über 3Faktur: 3Faktur ist Spezialist für 3D-Druck, Rapid Prototyping und Rapid Manufacturing. Wir arbeiten mit verschiedenen 3D Druckverfahren und -systemen, sowie unterschiedlichen Materialien im Prototypenbau und in der Kleinserienproduktion. Sollten Sie Fragen zu Ihrem Projekt haben, können Sie uns gern kontaktieren.

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