Wie der 3D-Druck den Arbeitsmarkt verändert

Beitragsbild Arbeitsmarkt

Bild: Shutterstock / Gorodenkoff
Mit dem Einfluss des 3D-Drucks auf die Produktion von Gütern haben wir uns in einem früheren Beitrag schon befasst. In diesem Betrag widmen wir uns nun explizit den Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Die additive Fertigung verändert die Art und Weise, wie produziert wird und damit auch die Prozessketten und Beschäftigungsstrukturen. Dabei bieten sich viele Chancen, aber auch einige Herausforderungen für Unternehmen, Regionen und Staaten.


Chancen & Herausforderungen durch den 3D-Druck

Eine spürbare Anzahl an Jobs in der Fertigung wird durch den 3D-Druck wegfallen. Diese werden nicht 1:1 mit neuen Jobs in der 3D-Druckindustrie ersetzt werden können. Hier besteht für die betroffenen Staaten und Regionen ein hoher Handlungsbedarf, um im weltweiten Kampf um zukunftsfähige Arbeitsplätze weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen.
Dabei teilt sich die Welt quasi in drei Klassen von Ländern auf:

  1. Länder mit einer hohen Chance, Arbeitsplätze zu behalten oder hinzuzugewinnen. Das sind meist „alte“ Industrieländer mit einer Industrietradition, die nun abgewanderte Fertigungsarbeitsplätze zurückholen können.
  2. Länder, die Gefahr laufen, Industriearbeitsplätze zu verlieren. Das sind hauptsächlich Länder, in denen viel „traditionell“ produziert wird.
  3. Länder ohne nennenswerte Industriebasis, aber mit einem potenziellen Markt. Diese Länder haben die Möglichkeit, direkt in die sogenannte vierte Industrielle Revolution hineinzuspringen.

Eine Besonderheit des 3D-Druck ist die dezentrale Organisation und damit einhergehend der Trend zur Regionalisierung. Dies kann hochwertige Arbeitsplätze in Regionen bringen, die als eher strukturschwach eingestuft wurden.


Wandel der Tätigkeiten

Nicht nur die Orte, an denen produziert wird, werden sich ändern, sondern auch die gefragten Tätigkeiten. Der Fokus der neuen „Produktionsarbeitsplätze“ liegt nun eher im Bereich der Ingenieurstätigkeiten und der operativen Druckvorbereitung. Der Anteil der logistischen Tätigkeiten wird eher abnehmen.

Bei dieser Neugewichtung der Tätigkeiten spielt das Beherrschen der 3D-Technologien eine entscheidende Rolle, aber auch der Umgang mit Lasern und den neuen Materialien.
Im Bereich des Designs und der Ingenieurskunst gibt es Verschiebungen. Der 3D-Druck erhöht die Geschwindigkeit der Produktlebenszyklen, sodass Produktion, Neudesign und Support immer enger verzahnt werden und sich unterschiedliche Ingenieurstätigkeiten miteinander verbinden. Designer müssen sich von den Beschränkungen lösen, die noch in der „traditionellen“ Fertigung vorherrschten und nun obsolet sind. Aber auch die Grenzen von Produktentwicklung zum Design werden immer weiter verschwimmen.
Im Bereich der Logistik stehen ebenfalls bedeutende Veränderungen an. Grenzüberschreitender Transport und globale Lieferketten verlieren an Bedeutung, dafür wird die sogenannte „Last-Mile“ immer wichtiger.
Der Bereich des „Reverse Engineerings“ wird ebenfalls eine steigende Bedeutung erlangen. Ob sich in diesem Segment analog zum 3D-Druck ebenfalls Dienstleister dieser Aufgabe annehmen oder die Hersteller selbst diesen Service anbieten, bleibt zu beobachten.


Der 3D-Druck verändert nicht nur die Art und Weise, wie in Zukunft produziert wird, sondern auch die dazugehörigen Arbeitsplätze. Nicht alle in der „traditionellen“ Produktion wegfallenden Arbeitsplätze werden durch solche in der additiven Fertigung ersetzt werden. Auch im Bereich Logistik/Lagerhaltung werden einige Stellen wegfallen, da der 3D-Druck eine riesige Chance für eine Regionalisierung der Produktion bietet und somit die bisherigen globalen Lieferketten verkürzt werden. Die verbleibenden Arbeitsplätze werden durch neue Tätigkeiten angereichert, insbesondere das Denken in 3D wird nun auch auf allen Ebenen der Produktion benötigt. Die Individualisierung der Produkte und beschleunigte Produktlebenszyklen erfordern ein hohes Maß an Flexibilität und Kombination der unterschiedlichen Ingenieurstätigkeiten.


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Über 3Faktur: 3Faktur ist Spezialist für 3D-Druck, Rapid Prototyping und Rapid Manufacturing. Wir arbeiten hauptsächlich mit dem Multi Jet Fusion-Verfahren von HP und bieten unterschiedliche Materialien für den Prototypenbau und die Serienproduktion an. Sollten Sie Fragen zu Ihrem Projekt haben, können Sie uns gern kontaktieren.

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