Polyjet:
Tango


Polyjet - Tango - Beispiel Schraubenschlüssel
Polyjet - Tango - Beispiel Herzkammer
Polyjet - Tango - Beispiel Handmodell
Polyjet - Tango - Beispiel Ventil

Polyjet ist ein weiches, gummiartiges Material und als solches das beliebteste im Rapid Prototyping. Neben der einstellbaren Shore-Härte (A20 – 95), überzeugt das Material durch eine sehr hohe Detailgenauigkeit, Auflösung und die Möglichkeit, das Material mit anderen schon während des Drucks zu kombinieren.



Material Steckblatt

Icon Verfahren

Verfahren

Polyjet

Icon Farben

Farben

Grau
Schwarz
Transparent

Icon Bauraum

Bauraum

342 x 342 x 200 mm

Icon Kosten

Kosten

$$$
(Hoch)

Icon Produktionszeit

Produktionszeit

2 – 5 Werktage

Icon Toleranz / Genauigkeit

Toleranz

± 0,1 – 0,2 mm bzw. ± 0,1 – 0,2 %


Material-Details


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Funktionale Prototypen

Tango wird häufig zum Testen funktionaler Prototypen als Gummiersatz, bspw. für Dichtungen, gummierte Oberflächen o.ä. verwendet. Das Polyjet Material ist relativ robust, ermüdet aber schneller als industriel gefertigte Weichplastiken bzw. Gummis und ist daher nicht oder nur eingeschränkt für einen Dauereinsatz im fertigen Produkt geeignet.

Visuelle Prototypen

Mit Tango lassen sich sehr hochwertige, visuelle Prototypen erstellen. Insbesondere in der Kombination mit Vero können sehr komplexe Teile erstellt werden, die durch eine hervorragende Oberflächenqualität und Detailauflösung überzeugen.

Material-
kombination

Kombinationen werden bei Tango in aller Regel mit Vero vorgenommen. Insbesondere wird Tango verwendet, um Griffoberflächen oder Dichtungen darzustellen. Auch bei beweglichen Teilen wird häufig Tango verwendet.

Richtpreis

  • Keine Richtpreise, da Preise stark größen- und stückzahlabhängig sind.

Preisfaktoren

  • Materialwechsel: Sollte ein Materialwechsel erforderlich sein, so führt dies zu hohem Materialausschuss und damit ggf. zu Mehrkosten.
  • Materialeinsatz: Durch regelmäßiges Reinigen des Druckkopfes während des Drucks und Einsatz einer wachsartigen, vollflächigen Supportmasse ist der Materialverbrauch sehr viel höher als bei anderen Verfahren.

Look & Feel

  • Die Oberfläche ist sehr glatt, die Druck-Schichten sind als sehr feine Linien zu erkennen.
  • An den Stellen an dem Supportmaterial angebracht wurde, ist die Oberfläche leicht ‚wachsig‘.
  • Das Material fühlt sich je nach Shore-Härte wie Gummi (niedrige Shore Härten) bzw. Weichplaste (höhere Shore Härten) an.

Wesentliche Eigenschaften

  • Moderate mechanische und thermische Belastbarkeit
  • Shore Härte kann auf Wunsch eingestellt werden. (ca. A20 – 95)

Zugfestigkeit

0,8-1,5 MPa

Bruchdehnung

170-220 %

Elastizitätsmodul

k.A.

Biegefestigkeit

k.A.

Vicat A

k.A.

Shore-Härte

26-28A (kann bis ca. A95 erhöht werden)

Symbolbild-Wandstaerke

Wandstärke
Die minimale Wandstärke beträgt 1 mm. Je länger eine Struktur wird, desto stärker sollte sie gestaltet werden.

Symbolbild Hohlraeume

Hohlräume
Bei Hohlräumen müssen Öffnungen eingefügt werden, durch die überschüssiges Material befreit werden kann (‚Escape Holes‘). Lassen Sie entweder eine Öffnung mit ca. 5 mm Durchmesser frei. Ggf. sind bei sehr komplexen Designs mehrere Öffnungen notwendig.

Symbolbild Distanz

Abstand
Sollte Ihre Datei zwei voneinander getrennte Objekte beinhalten, so lassen Sie zwischen beiden mindestens 0,1 mm Abstand. Zwischen den Objekten wird, abhängig vom Design, Supportmaterial gedruckt, welches bei zu geringen Abständen nicht entfernt (herausgekratzt) werden kann.

Symbolbild Detail

Detailauflösung
Details bis 0,4 mm können dargestellt werden.

Symbolbild Verkettung

Verzahnte Objekte
Sie können bei der Stereolithografie ineinander verzahnte bzw. bewegliche Objekte drucken. Es gilt ebenfalls 0,1 mm Abstand einzuhalten, und sicherzustellen, dass sie die entsprechenden Bereiche an zugänglichen Stellen befinden, um das Supportmaterial zu entfernen (d.h. z.B. nicht innen liegend).

Symbolbild Bounding Box

Größe
Die maximale Größe eines Objektes darf 342 x 342 x 200 mm nicht überschreiten.

Standard-Finishing

  • Entfernung Supportmaterial

Optionales Finishing

  • Oberflächenveredelung aufgrund der geringen Shore-Härte nicht empfohlen.

Beim Polyjet 3D-Druck wird ein lichtaushärtendes Polymer durch einen Druckkopf mit mehreren Düsen auf eine Werkplattform aufgetragen. Das noch flüssige Material wird durch UV-Licht sofort ausgehärtet. Danach fährt die Plattform um die Dicke einer Schicht nach unten. Die Schichtdicke beträgt je nach Maschine zwischen 15 – 32 µm. Anschließend wird eine weitere Schicht auf die bereits ausgehärtete aufgetragen. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis das Modell vollständig gedruckt wurde. Dadurch, dass das Material in Tropfen durch die Düsen aufgetragen wird, zerläuft es vor dem Härtungsvorgang. Somit sind mit bloßem Auge, nahezu keine Rillen im Werkstück zu erkennen und die Oberfläche ist sehr glatt.
Der Polyjet-Drucker besitzt mehrere Druckköpfe. Der große Vorteil besteht darin, dass mit verschiedenen Materialien oder auch in verschiedenen Farben gedruckt werden kann.
Falls das Modell überhängende Bestandteile hat, werden diese mittels Supportstrukturen abgestützt. Diese Supportstrukturen oder auch Stützkonstruktionen müssen nach der Fertigung entfernt werden.

Schematische Darstellung des Polyjet-Prozesses. Quelle: Youtube.com / 3D-Systems